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Neugier & Natur

Lotti und die Pfütze voller Sterne

Nach einem Regentag entdeckt Lotti einen Himmel auf dem Boden und hilft einem Igel durch die Dämmerung.

  • ab 4 Jahren
  • 8 Minuten
  • Lesestufe 1
  • Neugier & Natur

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Lotti betrachtet im Abendlicht die Sterne in einer Pfütze; ein Igel wartet neben ihr.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Lotti und die Pfütze voller Sterne

Kapitel 1 von 4

Der Himmel unten

Nach dem Regen glänzte der Weg vor Lottis Haus. Mama wollte schon die Haustür schließen, als Lotti rief: „Warte! Im Boden ist ein Stern.“ Sie kniete sich vor eine große Pfütze. Darin spiegelten sich ein helles Fenster, der erste Abendstern und der runde Mond. Wenn Lotti den Kopf bewegte, wanderte der Stern mit.

Mama stellte die Einkaufstasche ab. „Du hast ihn entdeckt“, sagte sie. Lotti streckte einen Finger zum Wasser aus und hielt kurz davor an. Sie wollte den kleinen Himmel nicht kaputt machen. Da raschelte es unter der Hecke. Ein Igel schnupperte am Weg und blieb vor der breiten Pfütze stehen.

Kapitel 2 von 4

Ein Weg für kleine Füße

Der Igel lief nach links. Dort stand ein tiefer Blumentopf. Er lief nach rechts. Dort begann die Bordsteinkante. „Er kommt nicht vorbei“, sagte Lotti. Mama sah auf die Straße. Kein Auto fuhr, aber sie nahm Lotti trotzdem an die Hand. Gemeinsam betrachteten sie den schmalen trockenen Rand am Gartenzaun.

Lotti legte drei flache Steine dorthin, einen nach dem anderen. Der Igel schnupperte am ersten Stein. Dann tappte er darüber, langsam und mit vielen Pausen. Am zweiten Stein blieb er stehen. Lotti wollte ihn hochheben, doch Mama sagte leise: „Wir lassen ihm Zeit. Er kennt seine Füße besser als wir.“

Auf dem Weg lagen auch kleine gelbe Blätter. Lotti schob eines mit der Schuhspitze vorsichtig an den Rand, damit der Igel nicht darüber stolperte. Mama zeigte ihr, dass der Igel selbst gut über Blätter laufen konnte. Lotti nahm den Fuß zurück. Sie durfte ihm helfen, ohne ihm jeden Schritt vorzuschreiben. Das war gar nicht so einfach.

Kapitel 3 von 4

Der Stern wackelt

Ein Windstoß bewegte die Pfütze. Der Stern zerfiel in helle Punkte. „Oh nein“, flüsterte Lotti. Sie hatte nichts berührt. Trotzdem war der Stern fort. Der Igel ging weiter und verschwand hinter dem Zaun. Lotti suchte im Wasser, bis es wieder still wurde. Zuerst sah sie nur das Fenster. Dann erschien auch der Stern erneut.

„Er war die ganze Zeit oben“, sagte Mama und zeigte zum Himmel. Lotti sah hinauf. Der Stern leuchtete zwischen zwei Wolken. Unten in der Pfütze leuchtete er noch einmal. Lotti lachte. „Dann hat er zwei Plätze!“ Mama nickte. „Und beide kann man sehen, wenn man genau hinschaut.“

Kapitel 4 von 4

Zwei gute Nächte

An der Haustür drehten sie sich noch einmal um. Der trockene Weg aus Steinen war leer. Hinter dem Zaun hörte Lotti ein leises Rascheln. Vielleicht suchte der Igel schon ein gemütliches Bett aus Blättern. Lotti hoffte, dass er eines fand. Sie stellte die Steine nicht weg, damit er morgen denselben Weg nehmen konnte.

Im Bad erzählte sie Papa vom Himmel auf dem Boden. Er wollte ihn sofort sehen, doch Lotti schüttelte den Kopf. „Heute ist es schon dunkel. Morgen suchen wir einen neuen.“ Später lag sie unter ihrer Decke und dachte an den Igel. Draußen funkelte ein Stern. Vielleicht sah er auch in einer anderen Pfütze zu jemandem hinauf.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was hat Lotti in der Pfütze entdeckt?
  2. Warum brauchte der Igel Zeit?
  3. Wo hast du schon einmal etwas Überraschendes gesehen?

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