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Fantasie & Perspektiven

Noah und das Wolkenschiff

Noah sieht ein Schiff in den Wolken. Seine Freundin erkennt etwas anderes, und aus beiden Bildern wird ein Spiel.

  • ab 5 Jahren
  • 8 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Fantasie & Perspektiven

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Noah und eine Freundin betrachten auf einer Wiese eine große Wolke wie ein Schiff.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Noah und das Wolkenschiff

Kapitel 1 von 4

Das Schiff am Himmel

Noah lag im Gras und sah einer Wolke nach. Vorn hatte sie eine spitze Nase, hinten einen hohen Buckel. „Ein Schiff!“, rief Noah. „Mit einem Segel und einer Kajüte.“ Neben ihm ließ sich Aylin ins Gras fallen. Sie kniff die Augen zusammen. „Für mich ist es ein Wal. Das da ist sein Rücken, und dort spritzt Wasser heraus.“

Noah setzte sich auf. Er wollte Aylin das Segel zeigen. Sie zeigte ihm die Schwanzflosse. Beide sprachen immer schneller. Schließlich sagte Noah: „Aber ein Wal kann doch nicht gleichzeitig ein Schiff sein.“ Aylin zuckte mit den Schultern. „Die Wolke hat mich nicht gefragt.“ Für einen Moment hörten sie nur die Grillen.

Kapitel 2 von 4

Eine Reise für zwei

Noah sah noch einmal hin. Die Wolke veränderte sich. Das Segel wurde rund, die Flosse länger. „Vielleicht trägt dein Wal mein Schiff“, sagte er. Aylin drehte sich zu ihm. „Wohin?“ Noah zeigte auf einen schmalen Streifen blauen Himmels zwischen zwei Wolken. „Zu einer Insel, auf der Bäume nach Vanille riechen.“

Aylin ergänzte eine Bucht mit silbernen Fischen. Sie machten aus Grashalmen eine Karte. Ein Löwenzahn war der Hafen, ein Stein der Berg. Als der Wind ihre Karte zerzauste, bauten sie sie neu. „Unser Schiff braucht einen Namen“, sagte Noah. „Walwind“, schlug Aylin vor. Der Name gefiel beiden sofort.

Für den Walwind brauchten sie auch eine Besatzung. Noah erfand eine Möwe, die verlorene Sterne wiederfand. Aylin gab ihr ein Fernglas aus zwei Gänseblümchen. Sobald sie die Blüten vor die Augen hielten, sahen sie zwar kaum etwas, aber sie mussten lachen. Die Möwe durfte an Bord bleiben. Auf ihrer Karte bekam sie einen eigenen kleinen Kreis.

Kapitel 3 von 4

Wenn der Wind mitspielt

Plötzlich teilte der Wind die Wolke. Das Schiff verlor sein Heck; der Wal verlor seinen Kopf. Noah schaute enttäuscht. „Jetzt ist unsere Geschichte weg.“ Aylin zeigte auf zwei neue kleine Wolkenstücke. „Vielleicht fährt der Walwind gerade durch einen Nebel und wir sehen nur einzelne Teile.“ Noah überlegte. Dann hob er die Hand wie ein Fernrohr.

Sie suchten in jeder Wolke ein Zeichen ihrer Reise. Eine sah wie eine Brücke aus, eine andere wie ein winziger Hut. Noah merkte, dass er nicht mehr entscheiden musste, welches Bild das richtige war. Wenn Aylin etwas Neues entdeckte, wurde die Reise sogar größer. Er erzählte von einer Insel, auf der der Walwind anlegen durfte.

Kapitel 4 von 4

Die Karte bleibt

Als Noahs Vater sie rief, war das große Schiff längst verschwunden. Die Karte aus Grashalmen lag noch zwischen ihnen. Aylin steckte den Löwenzahn hinter ihr Ohr und nahm den glatten Hafenstein mit. „Morgen bauen wir eine richtige Karte“, sagte sie. Noah nickte. Er wollte Wasserfarben mitbringen, Aylin vielleicht blaue Kreide.

Auf dem Heimweg blickte Noah noch einmal zum Himmel. Eine kleine Wolke erinnerte ihn an eine Teekanne. Er lächelte und sagte nichts. Morgen würde er Aylin fragen, was sie darin sah. Vielleicht sah sie eine Insel. Vielleicht auch etwas, worauf noch keiner von ihnen gekommen war.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was hat Noah gesehen und was Aylin?
  2. Wie wurde aus zwei Ideen eine gemeinsame Geschichte?
  3. Was erkennst du manchmal in Wolken?

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