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Angst & Geborgenheit

Rika und das Gewitter hinter dem Fenster

Beim ersten Donner sucht Rika einen sicheren Platz und erfährt, dass sie ihr Tempo selbst bestimmen darf.

  • ab 4 Jahren
  • 8 Minuten
  • Lesestufe 1
  • Angst & Geborgenheit

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Rika sitzt mit ihrer Tante auf einer warm beleuchteten Veranda und beobachtet ein Gewitter.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Rika und das Gewitter hinter dem Fenster

Kapitel 1 von 4

Der erste Donner

Rika baute auf dem Teppich ein Dorf aus Holzklötzen. Draußen wurde der Himmel dunkel. Ihre Tante schloss das Fenster und holte die Wäsche vom Balkon. Dann rollte ein Donner über die Dächer. Rika ließ einen Turm fallen. „Das war laut“, sagte sie. Ihre Tante setzte sich neben sie. „Ja. Möchtest du auf meinem Schoß sitzen oder lieber hier neben mir?“ Rika rückte dicht an sie heran. Auf dem Fensterglas liefen die ersten Tropfen. Der Donner kam noch einmal, diesmal weiter weg. Rika hielt die Hand ihrer Tante fest und sah zu ihrem Dorf.

Kapitel 2 von 4

Ein Platz zum Zuschauen

Die Tante schlug vor, in das Zimmer mit dem großen Fenster zu gehen. Dort konnten sie im Haus bleiben und den Regen sehen. Rika nahm ihren Lieblingsklotz mit. Sie setzte sich auf das Kissen neben dem Sofa, nicht direkt ans Glas. Die Tante zündete keine Kerze an; das kleine Leselicht reichte. Ein Blitz erhellte kurz die Wolken. Rika drückte den Klotz an sich. „Ich mag den Blitz nicht“, sagte sie. „Dann schauen wir weg, wenn einer kommt“, antwortete die Tante. Sie sahen stattdessen auf die Regentropfen, die sich auf dem Fenster trafen und gemeinsam hinunterliefen.

Rika fragte, ob ihre Tante als Kind auch vor Donner erschrocken sei. „Manchmal“, sagte die Tante. Sie erzählte von einem Nachmittag, an dem sie mit ihrer Schwester Karten gespielt hatte, bis der Regen vorbei war. Rika holte ihr eigenes Kartenspiel. Sie legten zwei Karten auf das Kissen. Bei jedem neuen Geräusch durften sie entscheiden, ob sie weiterspielten oder kurz innehielten.

Kapitel 3 von 4

Ein Geräusch nach dem anderen

Rika fragte, ob der Regen das Haus kaputt machen könne. Die Tante erklärte ruhig, dass sie drinnen geschützt seien und bei Gewitter im Haus blieben. Sie zeigte auf das feste Dach. Rika hörte nun mehrere Geräusche: das Trommeln auf den Ziegeln, das Glucksen in der Rinne und den leisen Kühlschrank. Als es wieder donnerte, erschrak sie noch immer. Die Tante blieb sitzen und hielt ihre Hand. „Wir müssen es nicht schön finden“, sagte sie. „Wir können warten, bis es weiterzieht.“ Rika dachte daran, dass sie das nicht allein tun musste.

Kapitel 4 von 4

Nach dem Schauer

Später wurde das Trommeln leiser. Ein heller Streifen erschien zwischen den Wolken. Rika ging mit der Tante zum Fenster, diesmal von selbst. Auf dem Gehweg glänzten Pfützen. Ein Spatz badete darin, als hätte er lange auf genau diese Gelegenheit gewartet. Rika lachte. Sie stellte ihren Holzklotz zurück auf den Teppich und baute den umgefallenen Turm neu. „Beim nächsten Donner darf ich wieder das Kissen nehmen“, sagte sie. „Natürlich“, antwortete die Tante. Rika war nicht plötzlich ohne Angst. Aber sie wusste nun, wo sie einen Platz und eine Hand zum Festhalten fand.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Was hat Rika beim Donner geholfen?
  2. Warum hat die Tante Rika gefragt, wo sie sitzen möchte?
  3. Wo fühlst du dich bei schlechtem Wetter wohl?

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