← Alle Geschichten

Neugier & Grenzen

Sana und die Steine im Fluss

Sana möchte einen Stein hüpfen lassen. Am Fluss lernt sie, genau hinzusehen und nah am Ufer zu bleiben.

  • ab 5 Jahren
  • 8 Minuten
  • Lesestufe 2
  • Neugier & Grenzen

Wie möchtet ihr lesen?

Kurze Abschnitte und eine gut lesbare Schrift helfen dir beim Selbstlesen.

Sana und ein kleiner Otter entdecken flache Steine am ruhigen Flussufer.
Eine Geschichte zum Entdecken und gemeinsamen Erzählen.
Bereit?Vier kurze Kapitel und Fragen für danach.
Geschichte beginnen

HEUTE IN DER GESCHICHTENWELT

Sana und die Steine im Fluss

Kapitel 1 von 4

Der erste Stein

Sana ging mit ihrer Mutter am Fluss spazieren. Das Wasser glitzerte und floss heute ruhig. Auf einem flachen Stein am Ufer saß ein Otter. Er tauchte ins Wasser, sobald er sie bemerkte. Sana blieb stehen und sah ihm nach. Dann hob sie einen flachen Kiesel auf. „Kannst du mir zeigen, wie man ihn hüpfen lässt?“, fragte sie. Mutter suchte einen sicheren Platz am breiten Ufer, abseits der steilen Böschung. Sie stellte sich neben Sana. Der erste Stein fiel mit einem lauten Platsch ins Wasser. Sana wollte sofort einen zweiten werfen, doch Mutter bat sie, erst zu schauen, ob Tiere in der Nähe seien.

Kapitel 2 von 4

Ein Blick auf die Oberfläche

Sie warteten, bis der Otter weiter flussabwärts schwamm. Sana fand einen anderen Stein, glatt und fast rund. Mutter zeigte, wie sie ihn seitlich und flach über die Oberfläche schickte. Er hüpfte zweimal. Sana probierte es. Ihr Stein rutschte ihr aus der Hand und landete vor ihren Füßen. Sie seufzte. „Meine Hand macht das nicht.“ Mutter sagte: „Noch nicht so, wie du es möchtest.“ Sana legte den Daumen anders an und übte erst die Bewegung ohne Stein. Sie merkte, dass sie den Arm zu hoch hob. Beim nächsten Versuch berührte der Kiesel die Wasserfläche wenigstens einmal flach.

Sana sah, dass kleine Wellen vom Stein bis zum Schilf liefen. Sie wartete, bis das Wasser wieder glatt war. Dann konnte sie die Stelle für den nächsten Wurf besser erkennen. Mutter zeigte ihr, wie sie mit beiden Füßen fest auf dem Kies stand. Sana probierte die Bewegung langsam aus. Es fühlte sich weniger wie Werfen und mehr wie ein flacher Schwung an.

Kapitel 3 von 4

Nicht jeder Stein hüpft

Ein besonders schöner Stein lag nahe am Rand. Sana wollte ihn holen, doch der Boden dort war nass und rutschig. Mutter blieb stehen. „Bis hierhin gehen wir“, sagte sie. Sana war enttäuscht. Dann sah sie drei andere Steine auf trockenem Kies. Einer war dünn wie ein Blatt, einer schwer und einer eckig. Sie verglichen sie in der Hand. Der dünne flog gut; der schwere sank sofort. Der eckige drehte sich lustig in der Luft. Sana beschloss, auch die anderen Formen auszuprobieren, statt nur dem perfekten Stein hinterherzulaufen. Hinter einem Schilfbüschel erschien der Otter wieder kurz.

Kapitel 4 von 4

Ein kleiner Sprung

Sanas letzter Stein hüpfte einmal, dann noch einmal und verschwand unter Wasser. „Zwei!“, rief sie. Mutter hob zwei Finger. Sana wollte weitermachen, doch ihre Hände waren inzwischen kalt. Sie wärmte sie in ihren Jackentaschen. Auf dem Rückweg erzählte sie von dem schweren Stein und dem Otter. „Morgen vielleicht drei Sprünge“, sagte sie. Mutter lächelte. „Vielleicht. Und vielleicht entdecken wir etwas ganz anderes.“ Sana sah noch einmal zum Fluss. Der Otter war fort, aber zwei kleine Kreise wanderten über die Oberfläche. Sana mochte den Gedanken, dass sie am Ufer nur zu Besuch war.

NACH DER GESCHICHTE

Was denkt ihr?

Es gibt keine falschen Antworten. Auch „Ich weiß es noch nicht“ ist völlig in Ordnung.

  1. Worauf haben Sana und ihre Mutter vor dem Werfen geachtet?
  2. Warum blieb Sana vom nassen Rand weg?
  3. Welche Steine findest du schön?

Mehr Geschichten entdecken

Alle Geschichten ansehen